Man geht gemütlich spazieren, ruft die Hunde zu sich weil einem andere Mitmenschen mit fremden Hund entgegen kommen. Ich halte Wilson und Rocket die Retrieverleine hin und sag „rein“ – schwups sind die Köpfe drin. Beide gehen brav neben mir an dem anderem Hund vorbei.

Die uns entgegenkommende Person kämpft mit ihrem Hund, denn dieser zieht ohne Ende an der Leine. Im Halsband hängend, röchelt er vor sich hin, schmeißt Frauchen/Herrchen gleich mit um. Im blödesten Fall lassen sie ihn dann doch (an der Leine) zu meinen laufen… wie sehr ich das liebe…

Erstkontakt an der Leine ist etwas, was ich eigentlich immer vermeiden möchte. Meine zwei fühlen sich da schnell überfordert und fordern Abstand, besonders wenn es dann noch diese aufdringlichen Exemplare sind. Stress, den man eigentlich zu verhindern weis. Wenn es nicht schon zu spät ist, fordere ich es auch ein, dass ich keinen Kontakt an der Leine möchte.

Und dann kommt ein Spruch, den ich soooooo oft höre „Ach sind die so brav und gehorsam, unserer ja leider nicht!“ Spruch Nr. 1 – meist kommt dann noch „Wenn mein Hund nicht schon so alt wäre, würde ich auch noch in die Hundeschule gehen. Da ist ja jetzt alle Hoffnung verloren.“ oder am geilsten „Als nächstes holen wir uns auch einen Sheltie, die sind immer so brav!“

Um eines klar zu stellen:

  • Die sind so brav und gehorsam weil wir eben regelmäßig etwas dafür tun: Zuhause/unterwegs trainieren oder eben in der Hundeschule!
  • Kann man mit einem alten Hund genauso in die Hundeschule gehen wie mit einem jungen. Es ist eben nur etwas schwieriger Fehler wieder auszubügeln.
  • Benötigen selbst Shelties – egal wie leicht erziehbar sie sind – auch ihre Übungen und Erziehungsstunden. Man bekommt keinen Hund der direkt perfekt an der Leine läuft und alles macht was man ihm sagt. Natürlich gibt es Rassen wo das ganze noch schwieriger ist, aber das heißt nie, dass man das so hinnehmen muss. Auch wenn manche das unmögliche Verhalten ihrer Hunderasse ins Lächerliche ziehen.

Also, wenn ihr wollt das euer Hund das tut was ihr wollt, dann müsst ihr auch was dafür tun. Ich möchte damit nicht sagen, dass jeder Hund perfekt Fuß laufen muss und auf jedes Kommando hören muss.

Aber doch sollte einem klar sein, das von nichts auch nichts kommt.

ABER: Immer mit Herz und Verstand bitte! Und wenn ihr keine Ahnung habt wie ihr es richtig macht, sucht euch Trainer oder Hundeschulen in eurer Umgebung, die euch dabei helfen. Es ist nie zu spät dafür, damit loszulegen. Ganz egal wie alt ihr selbst oder euer Hund ist.
Wenn dich allerdings das Verhalten deines Hundes nicht stört, dann fühl dich auch nicht gezwungen etwas daran zu ändern (es sei denn andere leiden unter diesem Verhalten).

Überhaupt fällt mir auch oft auf, dass viele Hunde gar nicht richtig sozialisiert wurden. Das spielt nämlich auch eine große Rolle bei dem Ganzen.

So versuche ich geduldig das alles auch den Menschen klar zu machen. Eben dass meine Hunde so gut hören, weil wir es regelmäßig trainieren und das einem nichts geschenkt wird.

Wenn niemand einen der oben genannten Sätze los lässt, habe ich natürlich auch nicht den Drang, diese Personen aufzuklären.

Immerhin geht uns es ja nichts an wer wie seinen Hund erzieht. Ich grüße kurz und gehe in Ruhe weiter meine Gassirunde.

Kennt ihr auch solche Situationen? Wie geht ihr damit um?

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